
Das Stück «Ds Urteil vo Nidau» gibt einen tiefen Einblick in die damalige Gesellschaft mit besonderem Augenmerk auf die Rolle und die Lebensumstände der Frauen. Fritz Marthaler, Präsident des Vereins Schlosspark-Theater Nidau, beantwortet drei Fragen zum Theaterstück.

Warum wurde gerade dieses Theaterstück für die Aufführung im Schlosspark Nidau ausgewählt?
Das Stück hat einen engen Bezug zur Geschichte des Schlosses Nidau. Es erzählt die bewegende Geschichte der letzten Frau, die dort inhaftiert war, und beleuchtet die schwierige Stellung der Frauen im 19. Jahrhundert sowie in den Jahren nach der Hungersnot von 1919 und den schlechten Ernten von 1920 und 1921, als Frauen kaum Rechte hatten. Das Theaterstück basiert auf der Schrift „Die Mordbrennerin“ sowie der Masterarbeit von Sabine Kronenberg. Adrian Chläbi Hossmann hat das Grundscript verfasst.
Was erwartet die Besucherinnen und Besucher im Schlosspark Nidau?
Ein Freilichttheater, das mit einer Mischung aus bewegenden Dialogen, Gesang und einer abwechslungsreichen Dramaturgie begeistert. Die Zuschauerinnen und Zuschauer werden staunen, berührt sein, aber auch Momente des Lachens erleben. Gleichzeitig regt das Stück zum Nachdenken über gesellschaftliche Fragen an. Die idyllische Kulisse des Schlossparks und die Nähe zum historischen Gefängnis von Nidau verstärken die Authentizität dieses besonderen Theatererlebnisses.
Welche Herausforderungen müssen noch gemeistert werden?
Die grösste Herausforderung liegt in der Bekanntmachung des Stücks über verschiedene Werbekanäle. Eine Tribüne mit 200 Plätzen und die nötigen Infrastrukturen, darunter ein gemütliches Schlossbeizli, sollen beste Bedingungen für das Ensemble und das Publikum schaffen. Auch das Sponsoring bleibt ein wichtiger Faktor, um das Projekt finanziell auf stabile Beine zu stellen. Und natürlich freuen wir uns auf viele Besucherinnen und Besucher!

